Leibniz-Forschungsverbund
Krisen einer globalisierten Welt

© Garry Knight (flickr)

„Making Crises Visible/Invisible“ – Jahreskonferenz des Leibniz-Forschungsverbundes „Krisen einer globalisierten Welt“

Der Leibniz-Forschungsverbund „Krisen einer globalisierten Welt“ veranstaltet am 12. und 13. Dezember 2018 eine Jahreskonferenz mit dem Titel „Making Crises Visible/Invisible“.

Der Titel der Konferenz mag zunächst überraschen. Krisen gelten als Momente der besonderen Herausforderung, in denen ein unmittelbares Krisenmanagement erforderlich ist. Krisen werden als unausweichlich und zwingend wahrgenommen, weshalb sich die Frage ihrer Sichtbarkeit nicht zu stellen scheint. Die eigentlichen Mechanismen, durch die Krisen sichtbar oder unsichtbar gemacht werden, sind daher eher selten Gegenstand der Untersuchung. Dennoch zeigt der genauere Blick auf spezifische Krisen, dass unterschiedliche Akteure ganz unterschiedliche Aspekte einer Krise hervorheben oder verdecken. Dies hat nicht zuletzt Konsequenzen für die Strategien der Krisenbewältigung. Krisen werden grundsätzlich so verstanden, dass sie durch die beteiligten Akteure beeinflusst und gestaltet werden können. In diesem Sinne sind Krisen eher Momente der Transformation als des Zusammenbruchs. Zwar besteht Unklarheit darüber, in welcher Weise die zeitliche Dimension der Krise begrenzt ist – ob etwa nur plötzliche Umbrüche durch das Konzept erfasst werden oder auch Phänomene längerfristiger oder latenter Veränderung. In jedem Falle aber impliziert das Transformationspotential, dass Krisenmomente auch dazu verwendet werden können, bestimmte politische oder ökonomische Interessen zu verfolgen. Diese Politik der Krise bildet einen weiteren wichtigen Gegenstand der Krisenforschung. Insgesamt besteht eine zentrale Herausforderung für das Verständnis von Krisenphänomenen in der Verbindung aus subjektivierenden und objektivierenden Perspektiven. Wie die Projekte des Verbunds zeigen, variiert die Mischung aus subjektivierenden und objektivierenden Perspektiven in den verschiedenen Krisenfeldern, die durch die Allianz untersucht werden, wie z.B. den politischen und humanitären Krisen sowie den Wirtschafts- und Umweltkrisen. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Konferenz den Mechanismen, durch die Krisen als solche sichtbar oder unsichtbar gemacht werden

Die Konferenz findet in den Räumen der Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft statt und richtet sich nicht nur an die Mitglieder und Mitgliedsinstitute des Verbunds, sondern auch an alle Interessierten aus Wissenschaft und Praxis. Hauptbestandteil der Konferenz sind fünf – von den einzelnen Arbeitsgruppen organisierte - Panels, in denen die Arbeit des Forschungsverbundes präsentiert und diskutiert wird. Begleitet wird das Programm der Jahreskonferenz durch das Kunstprojekt „Making Crises Visible“, einer Kooperation zwischen der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), dem Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) und der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main (HfG). Im Projekt setzen Kunststudenten wissenschaftliche Erkenntnisse der Forscher künstlerisch um und machen sie einem breiten Publikum zugänglich.

Vorläufiges Programm:

Panel I "Placeless dynamics? Visualizing the spatiality of crises
Session organisers: Rüdiger Graf (ZZF) & Oliver Ibert (IRS)
Working Group: "Concepts of Crises"

Panel II "Dropout from Multilateralism - Economic Consequences and Conclusions"
Session organisers: Friedrich Heinemann (ZEW) & Oliver Holtemöller (IWH)
Working Group: "Economic Crises"

Panel III "Permanent crises of political institutions between visibility and invisibility"
Session organisers: Antonia Witt (HSFK) & Alexia Katsanidou (GESIS)
Working Group: "Socio-Political Crises"

Panel IV "Environment crisis in the eye of different beholders: From seeing and understanding"
Session organisers: Anna Katharina Hornidge (ZMT), Gérard Hutter (IÖR), Andreas Macke (TROPOS) & Jochen Schanze (IÖR)
Working Group: "Environmental Crises"

Panel V "Food insecurity, food price developments, and social protest"
Session organisers: Linde Götz (IAMO) & Stefan Kroll (HSFK)
Working Group: "Humanitarian Crises"

With a Keynote by Peter Herrmann (Movie Producer)

Including a Reception with Matthias Kleiner (President of the Leibniz Association)

Including the Exhibition "Making Crises Visible"

Veranstaltungsort: Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft, Berlin

Datum: 12.-13. Dezember 2018

Anmeldungen werden erbeten an siurkus[at]hsfk.de.

Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.

    Anmeldung unter:

    siurkus[at]hsfk.de

    Veranstaltungsort & Datum

    Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft, Berlin

    12.-13. Dezember 2018