Leibniz-Forschungsverbund
Krisen einer globalisierten Welt

© Neil Cummings (flickr)

Gemachte Krisen und Krisen der Machbarkeit. Die Semantik des Krisenbegriffs im 20. Jahrhundert

Der Begriff der Krise erfreute sich im 20. Jahrhundert großer Beliebtheit, seine Verwendung unterlag aber im deutschen wie im englischen Sprachraum verschiedenen Konjunkturen. Insbesondere in den Hochphasen der Begriffsverwendung in der Zwischenkriegszeit und den 1970er Jahren veränderte sich zugleich die Bedeutung des Begriffs. Wurde der Begriff in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem im Rahmen einer grundsätzlich progressiven Temporalisierung der Geschichte als Bezeichnung einer Übergangsphase in eine bessere Zukunft, wenn auch unter der Drohung des Niedergangs verwendet, ging diese Bedeutung unter dem Eindruck zunehmend globalisierter Krisendiagnosen im späten 20. Jahrhundert zurück und der Begriff bezeichnete stattdessen eher Unordnung, Auflösung und Niedergang. Diese Hypothese soll in dem Projekt überprüft werden, wobei sowohl hermeneutische Methoden der historischen Semantik als auch Verfahren des „distant reasing“ größerer Textkorpora zur Anwendung kommen und sich wechselseitig ergänzen sollen.

 

Beteiligte Institute

ZZF: Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

 

Veröffentlichungen

Graf, Rüdiger; Jarausch, Kontad H (2017): "Crisis" in Contemporary History and Historiography, Version 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte

Graf, Rüdiger (2016): Die Krise als epochemachender Begriff im 20. Jahrhundert, in: Sabrow, Martin; Weiß, Peter Ulrich (Hrsg.): Das 20. Jahrhundert vermessen. Signaturen eines vergangenen Zeitalters, Göttingen, 149-166. [ebenfalls abgedruckt in: Bösch, Frank; Sabrow, Martin (Hrsg.): ZeitRäume. Potsdamer Almanach des Zentrums, Göttingen 2016, 20-37.]

    Ansprechpartner der Projektgruppe "Begriffsgeschichte der Krise"

    Projektlaufzeit

    2017 - 2020