Leibniz-Forschungsverbund
Krisen einer globalisierten Welt

© 

Die Auswirkungen der Wohnungsmarkt- und Landnutzungsregulierung auf die Bildung der Immobilienpreisblasen: internationale Evidenz

Spätestens seit der Wirtschaftskrise 2008–2009 ist klar geworden, dass Spillover-Effekte aus Immobilienmärkten Auswirkungen auf das globale Finanz- und Wirtschaftssystem haben können. Immobilienpreisblasen führen zu einer hohen Instabilität der Gesamtwirtschaft/Konjunktur. Das Platzen einer Blase kann zu einer starken Steigerung der Zahl der Arbeitslosen und Pleiten und eventuell zu einer tiefen und langwierigen gesamtwirtschaftlichen Krise führen. Die Konsequenzen können besonders schwer sein, wenn die spekulative Blase hauptsächlich durch Kreditmittel finanziert wurde.

Der Staat kann durch seine Politik zu den Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt beitragen. Obwohl der überwiegende Wohnungsbestand weltweit über private Märkte und nicht durch den Sozialstaat bereitgestellt wird, beeinflusst staatliche Regulierung massiv den privaten Miet- und Kaufmarkt. Besonders wichtig können aus dieser Sicht die Mietwohnungsmarktpolitiken (Mietpreiskontrolle und Kündigungsschutz) sich erweisen. Denn sie wirken sowohl auf die Wahl zwischen der Miete und dem Wohneigentum als auch auf die Investitionen in den Wohnungsmarkt. Des Weiteren haben auch übergreifende Landnutzungsregulierungen Einfluss auf die Immobilienmärkte. Die Einschränkungen in Bezug auf die Dichte, Grundstücksgröße, Höhe der Gebäude, Energie-Standards, Mindestzahl der Parkplätze usw. können zur Inflexibilität im Angebot und zu höheren Immobilienpreisen führen.

Dieses Projekt stellt daher die Frage, wie sich Wohnungsmarkt- und Landnutzungsregulierung auf die Entstehung von Immobilienmarktblasen auswirkt, die in der Vergangenheit nachweislich zu Finanzsysteminstabilität und tiefen Rezessionen geführt haben. Dabei folgt es der Hypothese, dass über- und unterregulierte Mietmärkte zu überproportionaler fremdfinanzierter Eigentumsbildung mit Preisblasenfolgen geführt haben.

 

Beteiligte Institute:

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR)

Veröffentlichungen:

Kholodilin, Konstantin Al; Michelsen, Claus (2018):Anzeichen für neue Immobilienpreisblase in einigen OECD-Ländern - Gefahr in Deutschland geringer, in: DIW Wochenbericht (30+31).

    Ansprechpartner der Projektgruppe "Immobilienpreisblasen"

    Prof. Dr. Artem Korzhenevych (IÖR) 
    Email


    Dr. Konstantin A. Kholodilin (DIW) 
    Email

    Laufzeit

    Frühjahr 2018 -