Leibniz-Forschungsverbund
Krisen einer globalisierten Welt

© hotblack (morguefile)

Umweltwandel als gesellschaftliche Krise

Der Wandel der Umwelt wie beispielsweise der Klimawandel, der Verlust an Biodiversität und die zunehmende Häufigkeit von Naturkatastrophen stellt eine der zentralen Herausforderungen der heutigen Gesellschaft dar. Umfangreiche Forschung wurde aus der Warte verschiedener Disziplinen durchgeführt, um einerseits die Triebkräfte, Belastungen und das Ausmaß des Wandels sowie andererseits Managementoptionen aufzuzeigen. Allerdings verdeutlichen der kontinuierliche Anstieg von Umweltauswirkungen, der Rückgang der Umweltressourcen sowie die wachsenden Risiken für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen auf eine begrenzte Wirksamkeit der bisherigen Vorsorge-, Minderungs- und Schutzanstrengungen. Die Gründe hierfür können sowohl Kenntnisdefizite als auch Defizite bei der Umsetzung des Wissens in Handeln sein.

Vor diesem Hintergrund wird in der Betrachtung der genannten Probleme als ‘Krise‘ ein Potenzial für ein erweitertes Problemverständnis gesehen, welches Hinweise für eine Weiterentwicklung von Umweltmanagement und Governance hin zu einer nachhaltigen Entwicklung geben kann. Bisher gibt es nur wenige Versuche, den Umweltwandel als gesellschaftliche Krise aufzufassen. Deshalb fehlt eine theoretische Fundierung mit einer Abgrenzung von verwandten Konzepten wie dem Umweltrisiko. Die Untersuchung des Umweltwandels als Krisen soll dabei mehr Licht werfen auf die Grenzen von Governance-Settings mit ihren Institutionen, Akteuren und Netzwerken einschließlich der Verflechtung verschiedener Politikebenen.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen folgende drei Ziele: erstens die Ermittlung des Standes der Wissenschaft in Disziplinen und Forschungsfeldern, die für ein Verständnis des Umweltwandels als Krise relevant sind; zweitens die Entwicklung eines Rahmenkonzepts von Umweltwandel als gesellschaftliche Krise unter Einbeziehung von sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Belangen mit einem Fokus auf Komplexität und Unsicherheit; drittens das Testen des Rahmenkonzepts durch die Analyse bestehender Studien über reale Fallbeispiele von Umweltwandel und dessen Management.

 

Beteiligte Institute

IÖR: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, Dresden

IRS: Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, Erkner

TROPOS: Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, Leipzig