Kick-off Workshop des Leibniz Forschungsverbundes "Krisen einer globalisierten Welt"

Am 10. und 11. Juli 2013 fand an der HSFK der Kick-Off Workshop des im April gegründeten Leibniz-Forschungsverbundes "Krisen einer globalisierten Welt" statt. Die Vertreter der zwanzig im Verbund vertretenen Institute diskutierten über disziplinäre Perspektiven und Verwendungsweisen der Krisenbegrifflichkeit sowie über aktuelle und historische Krisen, deren Dynamiken und Möglichkeiten zur Krisenprävention. Vor allem aber wurden Teilprojekte definiert, an denen in den kommenden Jahren jeweils mehrere der im Verbund zusammengeschlossenen Leibniz-Institute interdisziplinär forschen werden. Zu den geplanten Projekten zählen Ernährungssicherheit, Agrarspekulation, Krisen politischer Ordnungssysteme, Finanz- und Wirtschaftskrisen des 19. und 20. Jahrhundert sowie ein spezieller Fokus auf der aktuellen Eurokrise.

Bei der Podiumsdiskussion „Über die Krise sprechen“ ging es um die Ausarbeitung einer interdisziplinären Herangehensweise an das Phänomen der Krise. Frank Bösch ZZF, Friedrich Heinemann ZEW, Andreas Macke TROPOS und Klaus Dieter Wolf HSFK stellten in ihren Eingangsstatements die Sicht der Geschichts- und Geisteswissenschaft, der Wirtschaftswissenschaften, der Natur- und Umweltwissenschaften sowie der Politik- und Sozialwissenschaften vor. Die Diskussion fokussierte insbesondere auf das Verhältnis sozialer Konstruktion zu messbaren Fakten . Aus den Schnittmengen der disiziplinären Perspektiven ergaben sich zahlreiche Forschungsaufgaben wie  die Untersuchung von Interaktionsmustern und Steuerungsimpulsen, die Prozesstektonik von Systembrüchen und die Medialität von Krisen, die Rolle des kommunikativen bzw. kulturellen Gedächtnisses sowie die Bedeutung von Experten und Wissenschaft. Auch wenn der LFV noch sehr jung ist, und sich die teilnehmenden Institute darüber im Klaren sind, dass es einer intensiven, wechselseitigen Beobachtung des methodischen Vorgehens bedarf, war das Interesse am regen und regelmäßigen Austausch jederzeit zu spüren. Alle Institute freuen sich auf die Zusammenarbeit im Rahmen des Forschungsverbundes und teilen die Erwartung, dass in der Kollaboration wissenschaftlich und politisch höchst relevante Forschungsergebnisse erzielt werden können.