Die jüngste Krise von rotem Fleisch in Iran (2019) zeigt, dass keine einheitliche Lieferkette für Fleisch (MSC) in diesem Land existiert und deren Sektoren vor vielen Herausforderungen stehen. Nach Angaben des iranischen Statistikamtes (Iranian Statstical Center), stiegen die Preise für Lammfleisch im Februar 2019 um 135.4% und die für Rindfleisch um 124.4% gegenüber dem entsprechenden Monat des Vorjahres. In Anbetracht dieses enormen Preisanstiegs und des geringen Einkommens, sind viele Menschen gezwungen vom Fleischverzehr in ihrer Ernährung abzusehen. Bedauerlicherweise konnten die Steigerung von Fleischimporten um 188% und der Vertrieb von subventioniertem importiertem gefrorenem Lammfleisch, welches günstiger als inländisches Fleisch ist, die Krise nicht beenden. Rotes Fleisch ist eine wichtige Quelle der Proteineinnahme im Iran, welches auch den sozialen Status der Konsumenten reflektiert. Trends wie Vegetarismus sind noch jung. Die Fleischkrise und die ausbleibende Wirkung der ergrifferenen Gegenmaßnahmen zeigen, dass eine umfassende Untersuchung des MSC in Iran unerlässlich ist. In unserer umfassenden Forschung wenden wir mit Hilfe der Produktionsnetzwerkanalyse (PNA) die Governance eines globalen Wertschöpfungsansatzes an, um die Faktoren, welche die Fleischkrise in der Provinz Khorasan Rasavi an den östlichen Grenzen des Iran verstärken, zu verstehen. Die gewählte Methodik wird die wichtigsten Akteure untersuchen und den ausschlaggebenden Einfluss, der zu höheren Fleischpreisen im Land führt, testen. Das Projekt ist Teil des Leibniz-Forschungsverbundes (LFV) Krisen einer globalisierten Welt.

Hinsichtlich der relevanten Akteure unserer Forschung werden wir mehrstufige Stichproben durch Interviews mit den Hauptakteuren der Fleischlieferkette, bestehend aus Landwirten, Schlachthöfen, Händlern, Einzelhändlern und Händlern, sowie Verbrauchern, durchführen. Darüber hinaus bietet uns die geplante Zusammenarbeit mit ausgewählten lokalen Partnern die Möglichkeit, einen Folgeantrag zu erarbeiten, der in naher Zukunft weitere Themen in diesem Zusammenhang aufgreifen wird. Dieses Projekt wird eine weitere Kooperationen zwischen dem IAMO, dem GIGA und lokalen Partnern anstoßen, da die Pilotumfrage durchgeführt wird, um den Bedarf an Daten für Governance-, Marktmacht- und PNA-Studien zu decken. Die Ergebnisse werden auf internationalen Konferenzen präsentiert und wir werden an empirischen Ergebnissen arbeiten, um hochqualitative Arbeiten bei hochrangigen Zeitschriften einzureichen.

Beteiligte Institute

Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien (GIGA)

Ansprechpersonen

Dr. Tinoush Jamali Jaghdani (IAMO), Koordinator

Dr. Jan Priebe (GIGA)

Afsaneh Ehsani (IAMO)

Associate Prof. Dr. Arash Dourandish (Ferdowsi University of Mashdad, Iran)

Projektlaufzeit

06/2019 - 05/2020